mur.at Extrazimmer

previously known as (Streit)gespräche

gepflegter Meinungsaustausch - erbitterte Kontroverse - lautgedachte Erörterung - abendlicher Gedankenaustausch - freundliches Meinungsgefecht - heftiger Disput

Die Zukunft der Vergangenheit

Die Explosion in den Informationstechnologien führe dazu, dass das späte 20. Jahrhundert eine der am schlechtesten dokumentierten Perioden der Geschichte sein werde, prophezeite Ende der 1990er Jahre Christopher Densmore, seinerzeit Archivar an der Universität Buffalo. Der Text, in dem er diese Überlegung formuliert, ist online allerdings nicht mehr auffindbar, und das ist nur ein Indiz dafür, dass er recht behalten könnte - dann jedenfalls, wenn man sich das Verhältnis von produzierten und langfristig erhaltenen Daten vor Augen hält. Denn digitale Archivalien werden in der Regel nicht auf Papier oder auf Filmen gespeichert, sondern auf Datenträgern, deren Lebensdauer deutlich kürzer ist als die der analogen Medien. Andererseits sind die Erhaltungsstrategien digitaler Archivalien andere als in den analogen Archiven: Sind Papiere, Filme und Tonträger vor allem von Schädlingen und chemischem Verfall bedroht, können digitale Archivalien wenigstens potentiell als zerstreute gespeichert und dabei immer wieder aufs neue umkopiert, anders zusammengestellt und reformatiert werden. Andererseits ist die Lebensdauer von digitalen Datenträgern ebenso beschränkt wie die der Formate, in denen diese Daten gespeichert werden.

Das ist die Arena, in der sich das Gespräch über die Zukunft der Vergangenheit bewegen wird; und dabei soll es im wesentlichen um zwei Aspekte gehen: Zum einen interessiert uns, wie digitale Archive aussehen können, was sie leisten, wo ihre Grenzen liegen und wo ihre Bedrohungen. Zum anderen denken wir darüber nach, wer archiviert, was archiviert wird, was archiviert werden sollte, wie die Archivalien genutzt werden und genutzt werden könnten - und zwar sowohl im analogen wie im digitalen.

(XII) Gedächtnis, Konservierung, Aufbewahrung

mit: Eva Tropper (Graz Museum)Kultur- und Bildwissenschafterin. Interesse an historischen Alltagsbildern, dabei vor allem Publikationen und Projekte im Zusammenhang mit Postkarten. Aufbau der Postkartensammlung Online für das GrazMuseum. Derzeit Mitarbeiterin im FWF-Projekt Postcarding nation, language and identities. Lower Styria on Picture Postcards, das u.a. den Aufbau eines forschungsbasierten Bildarchivs zum Ziel hat; beide Projekte in Zusammenarbeit mit dem ZIM-ACDH (Zentrum für Informationsmodellierung / Austrian Centre for Digital Humanities) der Universität Graz., Friedrich TietjenFriedrich Tietjen war bis 2016 Gastprofessor für moderne und zeitgenössische Kunst an der Universität Wien. Bis 2013 war er Juniorprofessor für Theorie und Geschichte der Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Seit 2015 organisiert er zusammen mit Maria Gourieva die jährliche Tagung After Post-Photography in St. Petersburg. Gegenwärtig forscht er zur politischen Ikonografie und populären Aneignung des Hitlerbartes; der Post-Postfotografie; der Geschichte der Wiener Süd- und Hauptbahnhöfe; und der Rolle der schlechten Kunst in der Kunstgeschichte., Stefanie Zingl (Österreichisches Filmmuseum)

Samstag, 1. April 2017, 17:00, Forum Stadtpark Saloon Stadtpark 1

Was soll Teil eines Archivs werden? Wer soll auswählen, was archiviert wird? Wer soll Zugang zum Archiv haben? Sollen wir überhaupt archivieren?

(XI) Technische Aspekte digitaler (Langzeit)archive

mit: Raman Ganguly (Universität Wien)Raman Ganguly ist der Leiter der Abteilung Software Design und Development am Zentralen Informatikdienst der Universität Wien und hat seinen fachlichen Hintergrund in Softwareentwicklung und Medientechnik. Seit 2011 beschäftigt er sich mit digitaler Archivierung von Daten aus technischer Sicht und hat dabei seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Modelle für den Aufbau und Betrieb von Ökosystemen für das Datenmanagement gesetzt., Hermann Lewetz (Mediathek Wien)Von der Ausbildung her habe ich an der Filmhochschule Wien Kamera und Schnitt studiert. Das ist auch der Grund, warum es mich damals von Deutschland nach Wien verschlagen hat. Seit 1995 habe ich im Institut für den wissenschaftlichen Film gearbeitet. 1997 wechselte ich zur damaligen „Phonothek“, die jetzt „Österreichische Mediathek“ heißt und mittlerweile eine Abteilung des technischen Museums ist. Seit dem Anfang des Jahres 2000 gibt es an der Mediathek einen Massenspeicher. Seit dieser Zeit war/bin ich für die Digitalisierung von Audio und Video bzw. die Langzeitarchivierung zuständig. In all diesen Jahren habe ich mich intensiv mit der Thematik des Speicherns und Langzeitarchivierens von digitalen Inhalten beschäftigt. Der Fokus meiner Storage-Recherchen liegt bei der Einsparung von teuren Features, die für den reinen Archivzweck nicht gebraucht werden, zugunsten von Konfigurationen, die die Gefahr von Datenverlust mindern. Ich bin seit einigen Jahren Mitglied des technical commitees der IASA (International Association of Sound and Audiovisual Archives).

Freitag, 31. März 2017, 19:00, Forum Stadtpark Saloon Stadtpark 1

Wir rechnen heute damit, dass - zumindest selbstgefertigte CD-ROMs - nur 20 bis 25 Jahre lang lesbar bleiben. Danach taugen sie noch als Wand- schmuck, Mobile oder Zubehör für Vogelscheuchen. Bei vielen Arten von Datenträgern fehlen Langzeitdaten um vernünftige Aussagen über deren Haltbarkeit treffen zu können. Auf der anderen Seite rechnen wir damit, dass auf säurefreiem Papier gedruckte Bücher, die in einer Bibliothek aufbewahrt werden noch in 500 Jahren benutzbar sein werden. Zumindest verfügt die Menschheit in diesem Bereich über sehr viel Langzeiterfahrung.

Fördergeber_innen

Unterstützer_innen

Institiut für Design&Kommunikation/FH JOANNEUM

Archiv

MENSCHENRECHTE wörtlich nehmen

(X) "Menschenrechtsstadt" Graz?

(IX) Interventionen im öffentlichen Raum

Vom Lernen und Leben

(VIII) Donna Metzlar :: Audrey Samson :: Reni Hofmüller

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feminist life on the Internet

Freitag, 30. Oktober 2015, 19:00, Kultur in Graz, Lagergasse 98a 2. Stock

More and more aspects of our (daily) lives happen under the auspices of computers and the Internet. The nearly total hybridisation of 'on' and 'off' line spaces may /cloud/ the fact that though we work with nicknames and avatars online, we are still humans that have been shaped by a mostly offline society. Beyond the forecasted cyber-human ideologies of 'de-gendered' equality, and of the de-materialised redemption qualities of the future, how do we actually experience these quotidian encounters?

mur.at invited Donna Metzlar, Audrey Samson and Reni Hofmüller to provide initial input towards an open discussion on feminist questions and visions regarding life on the Internet.

Links: systerserver, Eclectic Tech Carnival, Gender Changer Wikipedia page, Gender Changers

(VII) Martin Ebner :: Christian Berger

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Medieneinsatz als integraler Bestandteil der Lehre und des Lernens - Eine Bestandsaufnahme

Donnerstag, 29. Oktober 2015, 19:00, Kultur in Graz, Lagergasse 98a 2. Stock

Für Schulen, Hochschulen und Erwachsenenbildungsorganisationen stellen sich neben den vielfältigen Möglichkeiten, die (neue) Medien als Werkzeuge zur Vermittlung und Erschließung von Bildungsinhalten bieten auch weiterhin viele offenen Fragen.

Martin Ebner und Christian Berger wurden dafür als Gesprächspartner und Impulsgeber einer offenen Diskussionsrunde eingeladen.

Was ist, vor allem an Schulen und Hochschulen, strukturell, technisch und organisatorisch nötig um zeitgemäße Projekte und digitale Angebote überhaupt sinnvoll umsetzen zu können? Welche (urheber)rechtlichen Hürden für die Zugänglichkeit zu und die Verwendung von digitalen Bildungs- und Wissensinhalten bestehen weiterhin? Welche Rollen können hier Open Access, Open Source, Open Educational Resources, Creative Commons und andere freie Umsetzungsideen einnehmen? Welche didaktische und medienpädagogische Lösungsansätze zu den aktuellen Herausforderungen unserer Informationsgesellschaft gibt es? Über diese und andere Fragen darf diskutiert, informiert und gegebenenfalls auch gestritten werden.

Univ. Dozent Dr. DI Martin Ebner ist Leiter der Abteilung Vernetztes Lernen am Zentralen Informatikdienst der TU Graz. Seine Forschungsschwerpunkte sind e-Learning, m-Learning, Social Media, Educational Data Mining and Open Educational Resources.

http://www.martinebner.at/

http://elearningblog.tugraz.at/

http://austria-forum.org/

Christian Berger, MA arbeitet an der PH Wien für das Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI) und beschäftigt sich seit Jahren mit der Umsetzung virtueller Lernumgebungen, Medienarchiven und der Radio- und Audioarbeit in der Schule.

http://podcampus.phwien.ac.at/zli/team/christian-berger

http://zli.phwien.ac.at/

http://podcampus.phwien.ac.at/

Spannungen und Widerstände

Auch diesmal werden die streitbaren ZeitgenossInnen unvermittelt aufeinandertreffen, auf eine Moderation wird verzichtet. Wieder wurde jeweils eine/r eingeladen, sich sein/ihr Gegenüber selbst auszusuchen. Neu an dieser Ausgabe der Streitgespräche ist, dass die KontrahentInnen aufgefordert wurden, den Streit bereits im Vorfeld, mittels schriftlicher Statements und Gegen-Statements, vom Zaun zu brechen.

(VI) Mahriah Zimmermann :: Igo Huber

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Widerstand im Netz – warum Netzaktivismus unser Leben verändern kann.

Freitag, 19. Dezember 2014, 19:00, Radio Helsinki, Schönaugasse 8

Während das Internet eine immer zentralere Rolle in unseren Leben, aber auch im politischen Diskurs spielt, ist es notwendig, unsere Rechte auch im World Wide Web zu verteidigen. Themen wie Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung oder Datenschutz sind von Lobbyinteressen hart umkämpft, die dem Grundgedanken des freien, gleichberechtigten Internet entgegenstehen. Deshalb ist es wichtig, dass wir Internetznutzer*innen die Zukunft dieses Kommunikationsweges mitgestalten. Ohne die Proteste gegen ACTA oder die Vorratsdatenspeicherung sowie den immer noch anhaltenden Kampf für Netzneutralität werden unsere Grundrechte im Netz nach und nach eingeschränkt. Das gilt es zu verhindern!

Mahriah Zimmermann, «linkslinke Kampftwitterin», Vernetzungskünstlerin, Netzpolitik feat. Queer-Feminismus

Widerstand im Netz? Widerstand gegen wen? Oder Was? Gegen Vorratdatenspeicherung, okay! Mitlesen durch Geheimdienste? Bitte verschlüsseln! Mitgestaltung der Infrastrukturnutzung durch Netzaktivisten? Was heißt das denn eigentlich? Und da wird’s natürlich grundsätzlich problematisch. Natürlich kann die öffentliche Hand Regeln für die Nutzung des Internets aufstellen. Aber kann sie sie auch durchsetzen und kontrollieren? Und was heißt eigentlich Netzneutralität? Vor allem, wer profitiert davon? Wer macht denn die Gewinne im Netz? Die Gewinne machen die Contentanbieter, vornehmlich aus den USA.  Die Infrastrukturerrichter, seien sie nun privat oder öffentlich, investieren Milliarden dafür, dass Google & Co ihre Gewinnmaximierungsstrategien umsetzen können. Es ist ja wohl ein Treppenwitz, dass in Europa die Gewinne gemacht werden, mit ganz wenigen Mitarbeitern und faktisch keinen Kosten für Personal und Netz, und dass die europäischen Staaten, denen die Steuern entgehen, die Breitbandinfrastruktur auch noch mit Milliardenbeträgen unterstützen.

Also, es geht nicht nur um Widerstand, Mitgestaltung oder was immer, auch im Zusammenhang mit dem Internet, sondern wohl auch darum, wie man mit „Schmarotzergeschäftsmodellen“ umgeht, wie man Breitband in benachteiligte Regionen bringt, und ob es überhaupt möglich ist, Netz und Netznutzung einigermaßen zu regeln.

Igo Huber, Geschäftsführer der CITYCOM, Vorsitzender des Kulturkuratoriums des Landes Steiermark

(V) Lisa Rücker :: Karl Stocker

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Design ist (k)eine Kunst...

Donnerstag, 18. Dezember 2014, 19:00, Radio Helsinki, Schönaugasse 8

Graz ist Kulturstadt (historisch unbestritten) – Graz will auch Designstadt sein (was das bedeuten kann, ist immer noch nicht geklärt…).

Es gibt angeblich Vorbehalte von Seiten der Kulturschaffenden gegenüber den Aktivitäten rund um die „City of Design“ und umgekehrt.

Hier einige Vermutungen zum angeblichen „Spaltpilz“ City of Design:

Über dieser Debatte steht der Begriff der „Kreativen Stadt“, mit dem in den letzten Jahren versucht wird, Städten eine geschäfts- und zukunftsfähige Marke zu verpassen. Oft dient sie dazu, den Standortwettbewerb noch stärker in den Vordergrund zu stellen, anstatt zuerst einmal die ureigensten individuellen Potentiale einer Stadt für ihre Weiterentwicklung zu nutzen. Vielleicht kommt das gegenseitige Misstrauen auch aus einer jahrelangen Tradition Grazer StadtpolitikerInnen, sich „Titel“ zu verleihen, um kaum einen davon im Alltag tatsächlich zu leben. Dass die Teilnahme am Netzwerk der UNESCO-Cities of Design eigentlich kein „Titel“ ist, geht gerne unter, dass dafür Geld und Werbemittel in die Hand genommen werden ist allerdings sichtbar und nährt auch die Neidgesellschaft. Wofür soll/darf eine Stadt, die wächst, eigentlich (Steuer)Geld ausgeben? Gar für Design?

Dabei wird gerne übersehen: Spätestens hier findet sich die Kunst mit dem Design in einem Boot: Öffentliches Geld für „Luxusgüter“ wie Kunst oder Design ist in Zeiten des unhinterfragten Sparens sowieso nicht gerne gesehen.

Design versus Kunst: Geht es wirklich nur um das liebe Geld?

Wann, wenn nicht jetzt ist es Zeit, unsere Weiterentwicklung, unser weltweites Zusammenspiel, unseren täglichen Umgang miteinander aktiv und so kreativ wie möglich zu gestalten, damit die Brüche, die sich vollziehen unser Gemeinwesen nicht zu sehr beschädigen? Kurz: Das Experiment einer anderen Welt zu wagen – das ist die Kreativität, die wir bitter nötig haben. Die kann im Design liegen und in der Kunst. Dabei handelt es sich um ein gesellschaftliches Interesse und dafür sind auch Kosten in Kauf zu nehmen. Für unser ressourcenvernichtendes Leben auf Kosten der kommenden Generationen nehmen wir schon lange viel zu viel Geld in die Hand.

Vielleicht ist das Grazer Dilemma zwischen Kunst und Design aber auch einfach nur ein Kommunikationsproblem? Geht es darum, mehr miteinander zu reden und sich gegenseitig zu erklären bzw. herauszufordern? Und welche Rolle hat da die Politik? Zwischen den Bereichen vermitteln oder den Konflikt als Teil unserer „Grazer Kultur“ einfach zulassen?

Lisa Rücker, Grazer Kulturstadträtin

Gut, dann reden wir eben über Design! Es ist ja auch ein guter Zeitpunkt dafür, das Thema zu diskutieren, da Linz mit 1. Dezember 2014 zur City of Media Arts im UNESCO Creative City Netzwerk ernannt wurde.

Seit 2004 können sich Städte aus aller Welt um die Aufnahme in das Creative Cities Network der UNESCO bewerben. 69 Städte weltweit gehören diesem Netzwerk mit Stand 1. Dezember 2014 an. Es soll die Entwicklung vorhandener Potenziale erleichtern, die heimische und internationale Entwicklung von kulturellen Erzeugnissen begünstigen, zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt fördern. Graz ist seit 2011 Mitglied im UNESCO City of Design Netzwerk, bis 30. November gemeinsam mit Bejing, Berlin, Buenos Aires, Kobe, Montreal, Nagoya, Saint-Etienne, Seoul, Shanghai und Shenzhen, mit 1. Dezember wurden Bilbao, Curitiba, Dundee, Helsinki und Turin neu ins Netzwerk nominiert. 

Ich unterstützte seit Beginn an sehr aktiv die Bestrebungen der Stadt Graz, ins UNESCO Design City Netzwerk aufgenommen zu werden. Mittlerweile arbeiten unsere Studiengänge intensiv im Rahmen unterschiedlichster Projekte und Kooperationen mit Hochschulen aus den UNESCO Netzwerk-Partnerstädten zusammen. Bislang wurden und werden z. B. Ausstellungsprojekte mit Partnerhochschulen in Saint-Etienne, Nagoya oder Montreal durchgeführt, Shanghai steht für 2016 auf unserer Agenda. Aber auch jenseits dieser konkreten Hochschulprojekte sehe ich sehr viele interessante Möglichkeiten, die uns das Netzwerk bietet.

Karl Stocker, Historiker/Kulturwissenschafter, Ausstellungsregisseur, leitet an der FH JOANNEUM das Institut Design & Kommunikation sowie die Studienprogramme Informationsdesign und Ausstellungsdesign

Dünnes Eis

Diesmal werden die streitbaren ZeitgenossInnen unvermittelt aufeinandertreffen, auf eine Moderation wird verzichtet. Mehr noch: Jeweils eine/r wurde eingeladen, sich sein/ihr Gegenüber selbst auszusuchen. Frei nach dem Motto: Mit wem ich immer schon einmal öffentlich streiten wollte.

(IV) Max Höfler :: Elisabeth List

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Andauernde Verfügbarkeit als Paradigma der Gegenwart?

Freitag, 27. Juni 2014, 19:00, esc medien kunst labor, Bürgergasse 5

Wir nehmen die Umstände der Verschiebung des ursprünglich für diesen Termin geplanten Streitgesprächs zum Anlass, uns über die Vorstellung einer andauernden Verfügbarkeit auszutauschen. Als Gesprächspartnerin für Max Höfler konnten wir die Philosophin Elisabeth List gewinnen, die mit Büchern wie "Grenzen der Verfügbarkeit" und "Ethik des Lebendigen" bereits einiges zu dieser Debatte beigetragen hat.

(III) Olja Alvir :: Florian Klenk

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Heartbleed überstanden – alles wieder gut? Blinde Technologiegläubigkeit und die Folgen für Gesellschaft und Leben

Donnerstag, 26. Juni 2014, 19:00, esc medien kunst labor, Bürgergasse 5

/Das mobile Internet, die Smartphones, das Prinzip des Always On und das Evernet sind mit einer rasanten Geschwindigkeit in das Leben eingebrochen [...] Wer sich nur im Hier und Jetzt bewegt, ist arm dran und bedauernswert auf sich selbst zurückgeworfen [...]./(F. Rötzer)

Die Diagnose eines Ist-Zustands, in dem das simultane Leben in digitalen und realen Räumen längst zum Alltag gehört, ist untrennbar mit dem an der breiten Basis der UserInnen kaum hinterfragten Glauben an die scheinbar unbeschränkten, immer neuen Möglichkeiten der Technologie verbunden. Ereignisse wie die NSA-Affäre oder Heartbleed bringen nur kurzfristig einen Teil der Risiken und Nebenwirkungen an die Oberfläche des öffentlichen und individuellen Bewusstseins – um möglichst schnell wieder dem sorglosen Gebrauch Platz zu machen. Dass das alles wunderbar zum neoliberalen Wachstumsdenken passt, ist nichts Neues, aber Anlass genug, um über Konsequenzen und (un)mögliche Ausstiegszenarien zu streiten.

Olja Alvir – laut Eigendefinition „Journalistin, Jugošlawienerin, Jungautorin“ – hat sich dafür den Chefredakteur des Falter, Florian Klenk, als Kontrahent gewünscht. Ihr Ausgangspunkt: „Menschen sind und waren immer schon abhängig von einer Form von Technologie. Nichts anderes waren auch Druckerpresse, Rad, Ackerbau, Steinschleuder und Kochen. Tatsächlich macht Abhängigkeit von Technologie das Menschsein (auch als Spezies) aus.“

(II) A/Symmetrischer Internetausbau

Wie schnell soll das Internet der Zukunft noch werden?

Ein mur.at Streitgespräch zwischen Mika Prokop und Seppo Gründler, moderiert von Jogi Hofmüller. Aufgezeichnet bei ESC/MedienKunstLabor am 6. Dezember 2013.

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(I) Zwischen Datenmaßlosigkeit und Speicherdiät

Lebst du schon in der Cloud oder wie viele externe Speicherplatten hast du so?

Ein mur.at Streitgespräch zwischen Karl Voit und Heinz Wittenbrink, moderiert von Katja Langeland. Aufgezeichnet bei ESC/MedienKunstLabor am 5. Dezember 2013.

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